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ROAS (Return on Ad Spend) – was es ist, wie man es berechnet und was es bedeutet

Was ROAS ist, wie man es berechnet und wie das Ergebnis zu interpretieren ist. Sieh dir die Formel, Beispiele und die Bedeutung von ROAS in Werbung und E-Commerce an.

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ROAS-Kennzahl zur Darstellung des Return on Ad Spend

ROAS (Return on Ad Spend) – was es ist, wie man es berechnet und was es bedeutet

ROAS (Return on Ad Spend) ist eine Kennzahl, die zeigt, wie viel Umsatz jeder in Werbung investierte Euro generiert. Damit kannst du schnell beurteilen, ob eine Werbekampagne Verkäufe auf einem Niveau erzielt, das die Kosten rechtfertigt.

ROAS gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im E-Commerce, Performance Marketing und in der Kampagnenanalyse. Mit ROAS lässt sich die Wirksamkeit von Anzeigen in Kanälen wie Google Ads, Meta Ads, Marketplace Ads oder Affiliate-Kampagnen vergleichen.

Was ist ROAS?

Einfach gesagt misst ROAS das Verhältnis zwischen dem durch Werbung erzielten Umsatz und den Kosten dieser Werbung.

Wenn eine Kampagne 1.000 € kostet und 5.000 € Umsatz erzielt, beträgt der ROAS 5. Das bedeutet, dass jeder investierte 1 € einen Umsatz von 5 € erzeugt hat.

ROAS zeigt noch nicht, ob eine Kampagne aus betriebswirtschaftlicher Sicht wirklich profitabel war. Er zeigt jedoch, ob die Werbung im Verhältnis zum eingesetzten Budget genügend Umsatz generiert.

Wie berechnet man ROAS?

Die Formel ist einfach:

ROAS = Umsatz aus Werbung / Werbekosten

Du kannst ROAS auch als Prozentwert sehen:

ROAS (%) = (Umsatz aus Werbung / Werbekosten) × 100 %

In der Praxis wird ROAS häufiger als Zahl oder Verhältnis dargestellt, zum Beispiel 4, 5,2 oder 4:1.

Beispiel 1

  • Kampagnenkosten: 1.000 €
  • Kampagnenumsatz: 4.000 €

ROAS = 4000 / 1000 = 4

ROAS = 4, also 4:1.
Jeder 1 €, der in Werbung investiert wurde, hat 4 € Umsatz generiert.
Das bedeutet auch, dass die Werbekosten 25 % des Umsatzes ausmachen.

Beispiel 2

  • Kampagnenkosten: 2.500 €
  • Kampagnenumsatz: 3.750 €

ROAS = 3750 / 2500 = 1,5

ROAS = 1,5, also 1,5:1.
Jeder 1 €, der in Werbung investiert wurde, hat 1,5 € Umsatz generiert.
Das bedeutet auch, dass die Werbekosten 66,7 % des Umsatzes ausmachen.

Beispiel 3

  • Kampagnenkosten: 3.000 €
  • Kampagnenumsatz: 2.400 €

ROAS = 2400 / 3000 = 0,8

ROAS = 0,8, also unter 1.
Jeder 1 €, der in Werbung investiert wurde, hat 0,8 € Umsatz generiert.
Das bedeutet auch, dass die Werbekosten 125 % des Umsatzes ausmachen.

Wie interpretiert man ROAS?

Eine ROAS-Zahl allein sagt ohne Kontext nur wenig aus. Entscheidend sind vor allem deine Marge auf dem Produkt oder der Dienstleistung und die zusätzlichen Kosten, die du neben der Werbung noch decken musst.

Allgemeine Interpretation

  • ROAS < 1 – die Werbung generiert weniger Umsatz, als sie kostet
    du verlierst bei jedem Verkauf Geld
  • ROAS = 1 – die Werbung deckt ihre eigenen Kosten, bringt aber keinen weiteren Gewinn
    du arbeitest bestenfalls kostendeckend (und in der Praxis oft sogar mit Verlust)
  • ROAS > 1 – die Werbung generiert mehr Umsatz, als sie kostet
    die Werbung „funktioniert“, aber das heißt noch nicht, dass du profitabel bist
  • hoher ROAS – die Kampagne ist umsatzbezogen effizient
    die Anzeigen performen gut, aber die eigentliche Frage ist, wie viel nach allen Kosten übrig bleibt
  • niedriger ROAS – die Kampagne kann Budget verbrennen
    das Geld verschwindet schneller, als der Umsatz wächst

Beispiel zur Interpretation mit Marge

Angenommen, du verkaufst ein Produkt für 200 €, aber deine reale Marge nach Wareneinsatz, Versand und Provisionen beträgt 50 €.

  • Wenn die Werbekosten zur Gewinnung dieses Verkaufs 40 € betragen:
    👉 dir bleiben 10 € Gewinn
  • Wenn die Werbekosten 70 € betragen:
    👉 du verlierst 20 € pro Verkauf
  • Auf Umsatzebene kann alles noch gut aussehen (es gibt Verkäufe und der ROAS liegt über 1),
    aber 👉 auf Unternehmensebene verlierst du Geld.

Deshalb ist ein guter ROAS keine universelle Zahl.
Entscheidend ist nicht, wie viel Umsatz deine Werbung generiert, sondern wie viel Geld am Ende in deiner Tasche bleibt.

Warum ist ROAS wichtig?

ROAS ist wichtig, weil du damit schnell beurteilen kannst, ob dein Werbebudget effizient arbeitet.

Die wichtigsten Gründe, ROAS zu verfolgen

  • er zeigt, welche Kampagnen den meisten Umsatz generieren
  • er hilft beim Vergleich von Werbekanälen
  • er erleichtert die Bewertung der Leistung einzelner Anzeigengruppen, Creatives und Keywords
  • er unterstützt Budgetentscheidungen
  • er hilft dabei, Kampagnen zu erkennen, die Kosten verursachen, aber keinen sinnvollen Ertrag liefern

In der Praxis ist ROAS oft eine der ersten Kennzahlen, die von Shop-Betreibern, Performance-Marketing-Managern und E-Commerce-Verantwortlichen geprüft werden.

Was beeinflusst den ROAS?

ROAS wird von mehr beeinflusst als nur von der Anzeige selbst. Er ist das Ergebnis mehrerer miteinander verbundener Faktoren.

1. Traffic-Qualität

Wenn deine Anzeigen die falsche Zielgruppe erreichen, kann der Traffic zwar günstig oder umfangreich sein, aber nicht zu Verkäufen führen.

2. Conversion Rate

Selbst eine gute Kampagne wird keinen hohen ROAS erzielen, wenn Nutzer nach dem Klick auf die Website nicht kaufen. Hier spielen unter anderem Angebot, Preis, Vertrauen und UX eine Rolle.

3. Durchschnittlicher Bestellwert

Je höher der Warenkorbwert, desto leichter ist es, bei gleichen Akquisitionskosten einen besseren ROAS zu erzielen. Siehe auch: AOV – was es ist.

4. Klickpreis oder Ausspielungskosten

Teurerer Traffic erhöht den Druck auf die Performance. Wenn der CPC steigt, während Conversion Rate oder Bestellwert gleich bleiben, sinkt der ROAS in der Regel.

5. Attributionsmodell

Wie du Verkäufe der Werbung zuordnest, beeinflusst das Endergebnis. Ein Last-Click-Modell kann ein anderes Ergebnis zeigen als ein datengetriebenes Modell.

6. Produktmarge

Zwei Produkte können denselben ROAS haben, aber eine völlig unterschiedliche betriebswirtschaftliche Profitabilität. Deshalb sollte ROAS immer zusammen mit Marge und echtem Gewinn betrachtet werden.

Woher bekommt man Daten für ROAS?

Um ROAS zu berechnen, brauchst du zwei Dinge:

  • der Werbung zugeordneter Umsatz
  • Werbekosten

Die häufigsten Datenquellen sind:

  • Google Ads
  • Meta Ads
  • Google Analytics 4
  • Analyse- und Reporting-Systeme
  • E-Commerce-Plattform- oder CRM-Daten
  • Reporting-Tabellen, die Kosten und Umsatz zusammenführen

Das größte Problem ist meist nicht die Formel selbst, sondern die korrekte Zuordnung des Umsatzes zu einer bestimmten Kampagne.

Was ist ein guter ROAS?

Es gibt keine universelle Zahl, die immer ein gutes Ergebnis bedeutet. Alles hängt vom Geschäftsmodell ab.

Grobe Orientierung

ROASWas es in der Regel bedeutet
unter 1die Kampagne verliert auf Umsatzebene Geld
1–4in den meisten Verkaufsmodellen sehr schwach
4–8durchschnittlich oder in manchen Branchen akzeptabel
8–15im E-Commerce oft ein guter Wert
15+ein sehr starkes Ergebnis, wenn die Daten korrekt sind und die Skalierung stabil ist

Das ist nur ein Richtwert. Ein Unternehmen mit hohen Margen kann einen niedrigeren ROAS akzeptieren, während ein margenschwaches Geschäft einen deutlich höheren Wert benötigen kann.

Wann ist ein niedriger ROAS ein Problem?

Ein niedriger ROAS wird dann zum Problem, wenn:

  • die Kampagne die Werbekosten nicht deckt
  • die Kampagne zwar die Werbung deckt, aber nicht die übrigen Geschäftskosten
  • die Leistung trotz ähnlichem Budget im Zeitverlauf sinkt
  • die Anzeigen mit einer niedrigen Conversion Rate oder einem zu niedrigen Warenkorbwert einhergehen
  • du immer mehr ausgibst, der Umsatz aber nicht proportional wächst

Ein niedriger ROAS bedeutet nicht immer, dass ein Fehler vorliegt. Manchmal ist er das Ergebnis von:

  • Cold-Traffic-Kampagnen
  • Maßnahmen zur Neukundengewinnung
  • Tests mit neuen Zielgruppen
  • dem Einstieg in ein wettbewerbsintensiveres Segment

Das eigentliche Problem entsteht dann, wenn ein niedriger ROAS zu lange anhält und keine betriebswirtschaftliche Begründung hat.

Die häufigsten Ursachen für einen schwachen ROAS

Ein schwacher ROAS entsteht selten durch nur ein Problem. Meist ist er die Kombination mehrerer Faktoren.

Typische Ursachen

  • schlecht ausgewählte Zielgruppe
  • zu breites Targeting
  • ungenaue Keywords
  • hoher Klickpreis
  • niedrige CVR – was es ist
  • ein unattraktives Angebot
  • eine schwache Landingpage
  • geringes Vertrauen in Shop oder Marke
  • schlecht eingerichtete Analytik und fehlerhafte Attribution
  • niedriger Warenkorbwert
  • Saisonalität oder zunehmender Wettbewerb

In der Praxis fällt der ROAS oft nicht deshalb, weil die Anzeigen „schlecht“ sind, sondern weil der gesamte Sales Funnel nicht gut funktioniert.

ROAS vs. ROI – was ist der Unterschied?

ROAS und ROI sind ähnlich, bedeuten aber nicht dasselbe.

ROAS

ROAS zeigt wie viel Umsatz Werbung im Verhältnis zu den Werbekosten generiert.

ROI

ROI zeigt wie viel du im Verhältnis zur gesamten Investition tatsächlich verdienst, wobei in der Regel mehr Kosten einfließen als nur Media Spend.

Einfaches Beispiel

  • Umsatz: 5.000 €
  • Werbekosten: 1.000 €
  • sonstige Kosten: 3.200 €

ROAS:

5000 / 1000 = 5

ROI:

(5000 - 1000 - 3200) / 4200 = 0,19

In diesem Fall sieht der ROAS sehr gut aus, aber der tatsächliche betriebswirtschaftliche Ertrag ist deutlich weniger beeindruckend.

Deshalb ist ROAS hervorragend zur Bewertung von Kampagnen geeignet, ersetzt aber keine vollständige Rentabilitätsanalyse.

Die häufigsten Fehler bei der Berechnung von ROAS

Das Problem liegt nicht immer in der Formel selbst. Oft liegt es an den Eingangsdaten.

Die häufigsten Fehler

  • nur die Werbeausspielungskosten zu zählen und Produktions- oder Servicekosten zu ignorieren
  • den gesamten Umsatz einer einzigen Kampagne zuzuordnen, ohne ein sinnvolles Attributionsmodell
  • ROAS zwischen Kampagnen mit völlig unterschiedlichen Zielen zu vergleichen
  • ROAS zu bewerten, ohne die Marge zu berücksichtigen
  • nur einen sehr kurzen Zeitraum zu betrachten
  • einen hohen ROAS als Beweis für hohen Gewinn zu interpretieren

Ein praktisches ROAS-Beispiel im E-Commerce

Ein Onlineshop verkauft Wohnaccessoires.

Kampagnenergebnisse für einen Monat:

  • Werbeausgaben: 8.000 €
  • Kampagnenumsatz: 32.000 €
  • Anzahl der Bestellungen: 400
  • durchschnittlicher Bestellwert: 80 €

ROAS:

32000 / 8000 = 4

Das Ergebnis sieht gut aus. Jetzt kommt jedoch der Kontext:

  • Marge nach Waren- und Logistikkosten: 28 %
  • tatsächliche Marge aus 32.000 € = 8.960 €
  • Werbekosten = 8.000 €

In diesem Fall ist die Kampagne zwar noch positiv, lässt aber nur eine kleine Marge übrig. Das zeigt, dass ROAS allein nicht ausreicht, um das Geschäft vollständig zu bewerten.

FAQ – die häufigsten Fragen zu ROAS

Bedeutet ein hoher ROAS immer, dass eine Kampagne profitabel ist?

Nein. Ein hoher ROAS bedeutet hohen Umsatz im Verhältnis zu den Werbekosten, berücksichtigt aber nicht alle Geschäftskosten wie Marge, Logistik, Provisionen oder Retouren.

Wird ROAS als Prozentwert oder als Zahl angegeben?

Beides ist möglich, in der Praxis wird ROAS aber meist als Zahl oder Verhältnis verwendet, zum Beispiel 4 oder 4:1.

Bedeutet ein ROAS unter 1 immer Verlust?

Ja. Auf Umsatzebene bedeutet das Verlust, weil die Kampagne weniger Umsatz generiert, als sie kostet.

Was ist ein guter ROAS im E-Commerce?

Das hängt von Marge, Betriebskosten und Geschäftsmodell ab. Für viele Onlineshops ist ein ROAS erst dann akzeptabel, wenn das Ergebnis genügend Spielraum für echten Gewinn nach allen Kosten lässt.

Zusammenfassung

ROAS ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Werbeleistung. Er zeigt wie viel Umsatz jeder für eine Kampagne investierte Euro generiert und hilft dir, die Wirksamkeit deiner Marketingmaßnahmen schnell zu bewerten.

Die wichtigsten Punkte:

  • ROAS wird als Umsatz / Werbekosten berechnet
  • ein Wert über 1 bedeutet, dass die Anzeigen mehr Umsatz generieren, als sie kosten
  • ein guter ROAS hängt von Marge und Geschäftsmodell ab
  • ein niedriger ROAS kann durch Probleme bei Traffic, Angebot, Conversion oder Attribution entstehen

Siehe auch